Stahma Tarr („Defiance“): Mehr als das Auge sieht

Stahma Tarr
Sucht man in „Defiance“ nach interessanteren Figuren, muss man sich ein wenig umsehen. Denn die Serie kommt zwar ganz spannend, aber eigentlich auch nicht als etwas richtig Besonderes daher. Das Setting ist auf einer deutlich veränderten und raueren Erde der Zukunft in den 2040ern angesiedelt, auf der nun Menschen und verschiedene Alien-Arten mehr oder weniger friedlich zusammen leben, und das alles in einer etwas Wild West-mäßigen Atmosphäre. Das passt eigentlich ganz gut und macht den Schauplatz von Defiance, der Stadt, die auf den Ruinen von St. Louis errichtet worden ist, auch relativ komplex und spannend. Denn im Grunde gehen viele der Konflikte u.a. darum, was passiert, wenn verschiedene z.T. sehr weit voneinander entfernte Kulturen aufeinander prallen und nebeneinander existieren sollen.

Diese Prämisse zeigt sich immer wieder besonders gut an der Familie Tarr. Stahma und Datak Tarr sind Castithaner (eines der bereits erwähnten Alien-Völker), die inzwischen auf der Erde leben. Ihr Sohn Alak ist sogar dort geboren worden und das allein schafft schon eine ganz interessante innerfamiliäre Dynamik, die ich sehr spannend finde. Denn die Kultur der Castithaner gilt als besonders streng bzw. konservativ und beinhaltet z.B. ein sehr statisches Kastensystem, patriarchalisch Familienstrukturen etc., womit sie insgesamt genau genommen die denkbar schlechtesten Ausgangspunkte für die Entwicklungen der Familie Tarr innerhalb der Serie bietet. Alak verliebt sich in Christie, ein Menschenmädchen, und heiratet sie später sogar – noch dazu nicht wirklich traditionell castithanisch, was für seinen sehr konservativen Vater ein Affront sondergleichen ist, aber auch Alaks Mutter Stahma untergräbt einiges an castithanischen Traditionen.

Eine Strategin getarnt als Dekoration…

Stahma wird – genau so wie es ihr kultureller Hintergrund idealtypisch vorsieht – als die hübsche Dekoration an der Seite eines einflussreichen Mann eingeführt. Sie ist schön, wirkt sehr sanft und zurückhaltend und gibt sich nach außen gern als der Inbegriff einer perfekten Ehefrau und Mutter. Sie ist eine Puppe, was sich bei dem geisterhaften Aussehen der Castithaner mit ihrer schneeweißen Haut und Haaren ganz besonders schön zeigt, aber gleichzeitig definiert sie sich selbst auch relativ schnell als eine kluge Strategin, die auf der einen Seite sehr machthungrig sein, aber auch alles für ihre Familie riskieren kann.

Sie beginnt dabei als eine stille und manipulative Flüsterin, die nach außen sehr passiv agiert, aber immer weiß, wie sie hinter den Kulissen die richtigen Fäden zieht. Besonders schön zeigt sich das an ihrem Einsatz für ihren Sohn und seine Verlobte. Während Datak zunächst einmal nichts davon hält, dass Alak ein Menschenmädchen heiraten will, noch dazu eins, dessen Vater einer seiner Widersacher ist, weiß sie die richtigen Knöpfe zu drücken, indem sie Datak erzählt, dass er doch auch nur von der Heirat profitieren könnte, denn so könnte er auf lange Sicht vielleicht Einfluss auf die Minen, die Christies Vater gehören, ausüben.

Das interessante an dieser Manipulation ihrerseits ist, dass ich der Figur zwar in ihrer Komplexität und ihrem Machthunger, mit dem sie ihrem Mann Datak in nichts nachsteht, durchaus zutraue, dass sie selbst auch auf diesen Einfluss spekuliert, sie sich aber gleichzeitig in Bezug auf ihre Familie und ihren Sohn immer wieder so uneingeschränkt als eine Kämpferin erweist, dass hier eben die Vielseitigkeit dieser Figur so schön rauskommt. Sie will vermutlich wirklich, dass ihr Sohn das Mädchen heiraten kann, dass er liebt, denkt aber gleichzeitig immer noch als die Strategin, die sie ist, weiter und an den finanziellen und damit lokalpolitischen Nutzen, den ihre Familie und damit sie selbst daraus ziehen kann.

Dass ich ihr in diesem Kontext auch tatsächlich eine (wenigstens teilweise) „mütterliche“ Motivation zutraue, liegt u.a. auch an dem Verhalten, das sie gegenüber ihrer Schwiegertochter an den Tag legt. Sie nimmt sie wenigstens indirekt unter ihre Fittiche, vielleicht einfach in einem Akt von weiblicher Solidarität, teilt mit ihr manchmal auch ihre eigenen Erfahrungen und Weisheiten und bemüht sich mehr um Christie als sie es müsste oder ihre Kultur von ihr verlangen würde. Sie nennt Christie z.B. gerne auf Castithanisch „Herzenstochter“ anstatt die menschliche Entsprechung der Schwiegertochter zu benutzen, zeigt sich verständnisvoll für die kulturellen Differenzen, auf die Christie stößt, glättet damit verbunden z.B. auch immer wieder die Wogen und schenkt u.a. Christie einen Brautschleier anstatt dem traditionellen Brautschmuck der Castithaner.

…aber doch auch noch ein bisschen mehr

Gleichzeitig bleibt es nicht dabei, dass Stahma nur als die Fädenzieherin im Hintergrund agiert. Als ihr Mann Datak im Gefängnis landet, wird Alak erst einmal das Familienoberhaupt und übernimmt offiziell das kriminelle „Familiengeschäft“, das wohl eine futuristische Mafia-Entsprechung sein soll. De facto hat aber da dann Stahma das Sagen und relativ bald versteckt sie das auch nicht mehr. Sie wird deutlich selbstbewusster und tritt damit zum ersten Mal aktiv aus dem Rahmen, den die Gesellschaft der Castithaner für sie vorsieht. Und wieder beschäftigt die Serie sich mit dem Aufeinanderprallen von Kulturen: Stahma hat inzwischen eine Freundschaft mit Amanda, der zu diesem Zeitpunkt ehemaligen Bürgermeisterin und jetzt neuen Besitzerin des Bordells, das vorher ihre Schwester geleitet hat, entwickelt, mit der sie tatsächlich über Emanzipation, Selbstständigkeit und Feminismus redet, als ein castithanischer Priester gegen Stahma zu predigen beginnt. Sie versucht danach tatsächlich bei einem Treffen mit anderen castithanischen Frauen ein paar Gedanken dieses „Erden-Feminismus“ anzubringen, stößt damit aber auf Unverständnis. Das Ergebnis? Stahma geht wieder so vor, wie sie es am besten kann: Gefährlich, rücksichtslos und intrigant.

Damit ist sie trotz aller Ähnlichkeiten auch immer wieder ein Gegenpol zu ihrem deutlich impulsiveren Mann. Datak räumt auch jeden aus dem Weg, der ihm quer kommt, aber er demonstriert damit immer wieder sehr offensichtlich Macht. Für ihn sollen alle wissen, dass er dahinter steckt (selbst wenn man ihm das vielleicht nicht nachweisen kann), damit auch ja alle ihm den gebührenden Respekt zollen, während Stahma meistens eher aus dem Hintergrund agiert.

Gleichzeitig lassen die beiden als Paar sich aber auch nicht so einfach als ein Zweckbündnis abstempeln, was bei dieser Konstellation erzählerisch ja sehr einfach gewesen wäre: Datak hätte z.B. in der zweiten Staffel als Stahmas Mann innerhalb der Gesellschaft der Castithaner das Recht und die Pflicht, sie für ihren Ungehorsam zu töten, ganz zu schweigen von ihrer außerehelichen Beziehung zu Kenya, die nach castithanischem Eherecht für Frauen sowieso ein absolutes Tabu ist. Und trotzdem tut er es nicht. Vielleicht, weil er weiß, wie klug seine Frau ist und dass er früher oder später davon auch selbst wieder profitieren kann, aber gleichzeitig herrscht zwischen den beiden eine seltsame Dynamik. Stahma hat bereits viel riskiert und geopfert, um in ihrer Jugend Datak überhaupt heiraten zu können, und auch innerhalb der Handlung der Serie ist eigentlich immer klar, dass sie diese Opfer auch noch einmal bringen würde, auch wenn der Kreis der Menschen, für die sie dazu bereit ist, sich inzwischen auf ihre Familie im Allgemeinen ausgeweitet hat. Und so grob und impulsiv Datak ist: Es scheint so, als würde er diesen Kampfeswillen doch ein Stück weit akzeptieren und schätzen, auch wenn seine Frau damit seine Autorität untergräbt und seinem Ehrgefühl einen ordentlichen Knacks versetzt. Wie man es auch erklären will: Ich mag diese Dynamik, finde sie sehr interessant.

Das alles macht sie aber auch genauso spannend für mich: Stahma lässt sich durch nichts aufhalten und Gnade dir Gott, wenn du dich mit ihr anlegst. Wenn Plan A nicht klappt, weicht sie einfach auf Plan B aus, aber letztendlich wird sie kriegen, was sie will und wenn sie dafür über Leichen gehen muss. (Das beste Beispiel dafür ist wohl Kenya, die eine Affäre mit Stahma hatte, in Folge derer Stahma sie vergiftet.)

Oder auch: Eine Figur mit klaren Prinzipien und doch schwer einzuschätzen

Das richtig interessante dabei ist (finde ich), wie anpassungsfähig Stahma ist, während sie gleichzeitig doch relativ klaren Prinzipien und Motivationen folgt. Sie liebt ganz offensichtlich ihre Familie bzw. die Menschen, die ihr nahe stehen, aufrichtig und bringt z.T. unglaubliche Opfer, um diese Familie zu schützen. (Die Serie erzählt in diesem Kontext z.B. auch davon, dass sie in ihrer Jugend wohl ihren von ihrer Familie ausgesuchten standesgemäßen Verlobten umgebracht hat, um Datak heiraten zu können, aber auch hier ist wieder der ganze Plot um Kenyas Tod ein astreines Beispiel.) Gleichzeitig ist sie sehr ehrgeizig und machthungrig. So ruppig und drohend ihr Mann daher kommt, Stahma ist diejenige, die man von den beiden wirklich zu fürchten hat. Und das fasziniert mich und lässt mich immer und immer wieder auf die Auftritte dieser Figur warten. Denn auch wenn „Defiance“ noch mit ein paar anderen ganz netten Figuren aufwartet, sind es die Tarrs und eben ganz besonders Stahma, die für mich richtig Spannung aufbauen, gerade weil Stahma so anpassungsfähig ist.

Schon Amanda wirkt in dem Moment relativ verloren, in dem sie nicht mehr Bürgermeisterin ist und damit verbunden nicht mehr politisch aktiv sein kann. Klar, sie steckt ihre Kräfte dann erst einmal in das Bordell ihrer Schwester, das sie ab da leitet, aber insgesamt ist sie deutlich statischer konzipiert. Stahma könnte ich mir in einer Position als Evil Overlady genauso gut vorstellen wie ganz unten in der Gosse, sie hat sich bisher immer wieder als so vielseitig erwiesen, dass ich a) immer neugierig bin, wie sie sich an die neusten Widrigkeiten anpasst und b) auch keine richtige Prognose abgeben kann, wo diese Figur in einer Staffel stehen wird. Sie folgt ihren Prinzipien, ist aber nicht so richtig vorhersehbar und überrascht mich damit auch immer mal wieder. Und damit hab ich genug Gründe, um Stahma toll zu finden.

 

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9 Kommentare

  1. Steffi von fieberherz.de

    Sehr, sehr schöner Artikel ♥ Und er ist so schön lang – hatte irgendwann jeden Absatz Angst, dass er aufhört (Spoiler! Er war irgendwann zu Ende 🙁 ). Durch das Spoilerzeug habe ich jetzt aber Angst, detaillierteren Senf dazu zu geben, haha…
    Btw, wie weit hast du Defiance geschaut? Mein Senf würde sich u.a. auf die Kenya-Sache beziehen, aber auch Christie 😀

    Die schwarzen Balken benutze ich auf meinem Blog auch, aber ich hoffe, du hast auf dem Schirm, dass die im Feed-Reader nicht auftauchen? Ich jedenfalls hatte das nicht gewusst und setze nun zusätzlich „Spoiler“ als Warnung vorneweg.

    • Puh, ich hatte schon Angst, dass ich’s mit der Postlänge übertrieben hätte xD <3
      Spoiler wie du lustig bist, die Kommentare liest man hier auf eigene Gefahr 😀 Außerdem bin ich für meinen Teil bin z.T. auch bei meiner Recherche (aka: Nebenhandlungen und Details mit Figurenbios in Erinnerung rufen und dann aus Versehen die Zusammenfassungen der nächsten Staffel lesen) für diesen Post schon gespoilert worden 😉 (Bzw. macht es mir nichts aus, Defiance guck ich sowieso v.a. wegen dem Setting und der einzelnen Figuren wegen, da sind für mich die einzelne Handlungspunkte witziger Weise eher zweitrangig.)

      Meine gesamten Spoiler-Spielereien sind mit jQuery gemacht, das funktioniert nur in einem normalen Browser, das hab ich aufm Schirm 🙂 Aber damit funktioniert die Ausklapp-Funktion von meinem Spoilerhinweis am Anfang auch nicht mehr und stattdessen sollte man sowieso den zu Beginn angezeigt bekommen. (Jedenfalls ist das bei mir im Reader so und sollte sich eigentlich nichts nehmen.) Aber danke für den Hinweis, stimmt ja, ohne einen Spoilerhinweis wären die schwarzen Balken spätestens im RSS-Feed ziemlich sinnfrei 😀

      • Steffi von fieberherz.de

        Ok, trotzdem – SPOILER!

        Zwei Frauen in Verbindung mit Stahma haben mich der Figur näher gebracht und auch von ihr abgestoßen:

        Was ich an der tragischen Kenya-Geschichte mochte, war einmal diese Ahnung, dass Stahma bei Kenya vielleicht so ehrlich war zu sich selbst, wie vorher sonst selten – und dies auch noch einer anderen Person mitgeteilt hat, die nicht Datak ist und nicht einmal ein Castithaner. Gleichzeitig war es eigentlich aber auch klar (und das machte das so verzwickt), dass es nicht funktionieren kann. Das Ende zeigt meiner Ansicht nach Stahmas völlig abstruses Wertesystem: Datak hätte es zugestanden, Kenya zu töten oder töten zu lassen. Stahma erledigt es selbst, bezeichnenderweise mit Gift. Ich denke, dass sie dies für eine gnadenreiche Geste gegenüber Kenya hielt. Dass sie sterben musste, trotz der gegenseitigen Zuneigung, blieb jedoch stets übergeordnet.
        Der Moment, in dem kurioserweise mit einer Mörderin Mitleid hatte, war, als sie und Datak sichergehen wollten, dass Kenya, anders als die Gerüchte waren, wirklich, wirklich tot ist. Das blumenüberwucherte Feld war für mich ein Symbol für das Ausmaß von Stahmas Trauer und auf verdrehte Art auch ihr Respekt und ihre Zuneigung gegenüber Kenya – über den Tod hinaus. Stahmas übergeordnetes System zwingt sie jedoch weiter dazu, Kenyas Leiche auszubuddeln – hier sollte man doch irgendwie aufschreien, oder nicht? Aber selbst mit dem Schädel Kenyas in der Hand, wirkt Stahma immer noch wie in ehrlicher Trauer.

        Die andere Frau – Christie. Stahma bringt Christie um, und in diesem Augenblick habe ich die Folge erstmal nicht weitergeschaut. Ich weiß, dass Stahma eiskalt ist. Aber kurioserweise war DAS für mich fast zuviel des Guten. Seitdem bin innerlich zerrissener als vorher, was Stahma angeht, erst jetzt ist wirklich wahres Entsetzen hinzu gekommen (etwas spät, wie ich finde). Ich bin gespannt, wie sie sich weiterentwickelt – ich befürchte aber, dass sie irgendwann an ihrem eigenen Ehrgeiz zugrunde gehen wird, weil sie darüber zuvieles opfern muss.

          • Bäm, da hast du aber aufgedreht! 😀

            Die gesamte Kenya-Geschichte fand ich auch sehr schön erzählt. Eben genau weil Stahma da so wechselhaft offen und dann am Ende eiskalt war. Ich fand es übrigens auch noch einmal ganz besonders bezeichnend, dass das Gift außen an der Flasche war, weil sich das dann doppelt in ihre Figur so gut eingefügt hat: Selbst dieser Mord hatte etwas sozusagen „Um die Ecke“-Gedachtes, Komplexes. Das wunderbare Bild des Lavendel-Felds auf Kenyas „Grab“ hat für mich diesen Kreis für mich auch geschlossen, zumal ich mich noch einnere, dass Stahma davon ausgegangen ist, dass sie das Grab ganz einfach anhand dieser einen Pflanze wiederfinden könnte, was für mich auch ein bisschen eine Parallele zu Stahmas verqueres Wertesystem und ihren genauso verqueren Umgang mit ihren eigenen Gefühlen war, einfach weil ich das Gefühl hatte, dass sie den gesamten Kenya-Komplex bis dahin nie aktiv verarbeitet, sondern mehr ignoriert hatte und da war dann einfach dieser Kniff mit den Blumen so toll.

            Das von Christie habe ich bisher noch nicht gesehen, sondern nur davon gelesen, aber das ist auch ein Grund, warum ich im Moment noch nicht weitergucke… Mir geht es da ähnlich, mein erster Impuls war da auch, dass das zu viel ist. Einfach weil damit ein bisschen etwas gesprengt wird, das (wie ich immer fand) Stahma so extrem angetrieben hat: Ihre Familie und der Schutz dieser Familie. Diese Grenze zu übertreten, das muss fast (jedenfalls wenn die Autoren konsequent in ihrer eigenen Erzählung bleiben) früher oder später zu Stahmas Untergang führen. Auch ein „Bösewicht“ folgt seinen Regeln und charakterlichen Prinzipien und wenn er damit bricht, dann muss das eher früher als später auf die eine oder andere Art schiefgehen.

          • Steffi von fieberherz.de

            Ja, ich kann auch eskalieren X,D

            Das mit den Blumen hast du schön gesagt, an das Detail habe ich nicht mehr gedacht und so, wie du es erklärst, empfinde ich es plötzlich als enorm wichtig! Ach, man muss den Drehbuchautoren eigentlich mal danken, denn Defiance ist jetzt an sich nicht die Neuerfindung des Rades – hat aber eben immer mal wieder solche Perlen dabei, die mich ganz schwach werden lassen. Bin gerade schon wieder voll emotional und muss mich jetzt mal zusammenreißen – ist ja nur ne Serie, herrje :p

            Dieses Familienschutzdingen ist wirklich so eine Sache – mit Christie dachte ich eigentlich, dass Stahma ein neues Mitglied aufgenommen hat, mit allen Schutzrechten. Einem Kind seine Mutter zu nehmen muss doch der Albtraum für Stahma sein, dann jedoch fiel mir ein, dass Christie ein leichtes Identitätsproblem hat, die Castithaner beneidet in gewissen Punkten um Kultur, Aussehen… (sie verkleidet sich ja). Und insgesamt einfach nicht mit Stahma zu vergleichen ist. Böse gesagt war sie stets wesentlich schwächer als Stahma, so sehr, dass ich mich anfangs auch schon wunderte, dass Stahma sie derart offen aufnimmt (ich denke, hier spielten die Besitztümer von Christies Vater eine Rolle). Ich könnte mir vorstellen, dass Stahma Christie insgeheim grundsätzlich als zu schwach empfand und daher auch zu schwach, um ihr Kind zu beschützen (geschweige denn, in einer mafiaorientierten Familie zu bestehen). Daher empfinde ich die Tötung Christies (im Gegensatz zu Kenyas) nicht als Gnadenakt, sondern als Bauernopfer. Der große Schock für den Zuschauer rührt wohl auch besonders daher, dass Christies die beiden Staffeln vorher so aufgebaut wurde. Andersherum baut Defiance leider einfach ab :/

          • Es ist immer „nur“ eine Serie/ein Film/ein Buch/ein Spiel, wenn aber eben wie du schreibst bestimmte Stellen als wunderbare Perlen inszeniert sind, treffen die eben einen Nerv, geht mir genauso, deshalb liebe ich z.B. einfach dieses Bild von Stahma, die den Hügel raufgeht und dann dieses Lavendelfeld sieht, so sehr 🙂

            Dass Christie böse gesagt die Schwächere von beiden ist, stimmt irgendwo und zu Stahma könnte es auch passen, dass sie Christies Identitätsproblem sehr fuchst (schließlich hat Christie als menschliche Frau deutlich mehr Freiheiten als die castithanische Kultur für Stahma von Haus aus vorsieht), aber irgendwie hätte ich auch gedacht, dass eben die Tatsache, dass sie so ihrem Enkel die Mutter nimmt, für Stahma trotz allem eigentlich ein absolutes Tabu sein müsste. Da hätte ich eher erwartet, das Stahma Christie sich zurecht manipuliert oder „nur“ einen Keil zwischen Christie und Alak treibt, um ihre Schwiegertochter so loszuwerden und wieder mehr Macht auf ihren Sohn auszuüben. Selbst noch ein indirekter Tod, z.B. indem sie Christie mehr oder weniger in den Tod treibt o.ä. wäre da denke ich logischer gewesen oder hätte sich zumindest besser in Stahmas Wesen eingefügt. (Wobei ich nach dem, was ich bisher darüber gelesen habe, sowieso vermute, dass Christies Tod eine Budget-Entscheidung war o.ä. und dass die Sache deshalb in der Logik für mich ein wenig hakt…)

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