Blood and Chocolate: Altmodische Werwölfe und sehr viel Drama

Ich weiß gerade nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber ich habe eine kleine Schwäche für eher durchschnittliche Fantasyfilme. Solche Streifen, die man nur ein Mal guckt und dann nie wieder, die vor Klischees nur so triefen und durch und durch nichts Besonderes, aber trotzdem ganz unterhaltsam sind.
Genau so ein Film ist auch „Blood and Chocolate“.

Darin lebt die junge Werwölfin Vivian (Agnes Bruckner) seit dem Tod ihrer Eltern in Bukarest bei ihrer Tante Astrid (Katja Riemann) als Teil des dort anässigen Rudels. Drama ist vorprogrammiert, denn die sehr auf ihre Traditionen und Gesetze bewussten Wölfe haben eine ganze Reihe… sagen wir eher rauhe Bräuche, inklusive der  Tradition, dass der Leitwolf des Rudels Gabriel (Oliver Martinez), der ganz nebenbei noch der Vater von Astrids Sohn Rafe (Bryan Dick) ist, sich in regelmäßigen Abständen eine neue Frau sucht. Und – Oh, Wunder! – seine nächste Kandidatin soll natürlich Vivian sein.
Aber weil sich daraus ja noch keine brauchbare Story bastelt, verliebt sie sich Hals über Kopf in den Künstler Aiden (Hugh Dancy). Ein Detail, das dem Rest des Rudels eher weniger gefällt.
Und das Drama nimmt seinen Lauf…

Machen wir es kurz und schmerzlos: Die Story ist bis auf wenige Kleinigkeiten unsagbar vorhersehbar und voller künstlichem Drama, die Figuren rundherum entsprechen zum größten Teil Klischees, die Special Effects sind eher mau und die Schauspieler eher durchschnittlich.
Trotzdem würde ich „Blood and Chocolate“ nicht auf der Stelle in die Tonne hauen.
Denn wer, wie ich, ab und zu eine gute Ladung genretypischer Stereotypen auf der Leinwand beim Leiden um des Leidens Willen zusieht, wird dabei zumindest einen gemütlich gefüllten Fernsehabend damit verbringen können.

Denn das Genre auf die Spitze getrieben, das hat man mit diesem Streifen eindeutig. Eine junge Frau, die aufgrund der Schauspielerin etwas hölzern wirkt, dazu ein etwas aufdringlicher, schräger Typ, der sie einfach nicht in Frieden lässt (selbstverständlich wider alle Vernunft) und die Prise Gefahr mit dem betont düsteren Rudelanführer, der unbedingt Anspruch auf die besagte junge Frau erheben will. Fertig ist das Pseudo-Romeo-und-Julia-Drama im Werwolfgewand. (Feel free to press the Drama Button. Now.)
Alles verläuft in einer betont düsteren Art nach Schema F und irgendwie mag ich das auch.
Denn womit (und das ist auch der einzige Punkt) sich „Blood and Chocolate“ von den üblichen 08/15 High-School-Vampir/Werwolf-Romanzen abheben kann, ist der etwas betont historizierende und europäisch gehaltene Werwolfansatz, der suggeriert, sich auf echte Legenden um Lugarus (Werwölfe) zu beziehen. Das gibt dem ganzen einen kleinen, ganz eigenen Touch, der den Film zugleich für mich davor rettet, komplett in die Langeweile ab zu rutschen.

Der Rest? Puh…
Das wenigste ist wirklich abgrundtief schlecht, wenn man sich jedenfalls nicht zu sehr an dem bereits erwähnten künstlichen Drama der Story aufhängt, aber andererseits ist auch nichts tatsächlich gut.
Oder anders formuliert: Wer eine ähnliche Schwäche für schlechte Vampir-/Werwolf-Filme hat wie ich, dürfte „Blood and Chocolate“ zumindest halbwegs unterhaltsam finden, aber das war’s auch schon.
Praktisch durch und durch vergeigt.

Raiting: [5/10]

Über uns Geekgeflüster

Ich bin Aurelia und blogge seit 2012 über Gaming, Bücher, Filme, Serien und mehr. Kurz: Das hier ist mein Geekgeflüster.

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