„Assassin’s Creed“ hat keine Assassinen mehr

Assassin's Creed Syndicate Verlust des Mythos
Im „Assassin’s Creed“-Franchise, darin dürften sich wohl selbst Fans einig sein, ist seit einer Weile der Wurm drin. Zu repetitiv werden immer gleiche Formeln bedient, fehlende Innovation im Gameplay und die Reproduktion derselben fürchterlichen Elemente aus den Vorgängern, die jedes Mal aufs Neue nerven. Unabhängig davon funktioniert aber auch das Setting schon seit einer ganzen Weile nicht mehr. Natürlich blieb es ganz unterhaltsam, durch die Gegend zu klettern und mit einem perfekten Sprung ein perfektes Attentat auszuführen, aber das, was oft an den Spielen so spannend war, waren ihre Kulissen und Geschichten. Und ausgerechnet in diesem Punkt hat die Reihe für mich mit „Assassin’s Creed 3“ einen tiefen Einbruch erlitten, von dem sie sich bisher nie ganz erholt hat.

Abgesehen davon, dass man natürlich auch spielmechanische Gründe dafür anführen kann, warum „Assassin’s Creed 3“ kein sonderlich gutes Spiel war, sehne ich mich bis heute noch aus anderen Gründen zu Zeiten von Altaïr („Assassin’s Creed 1“) und Ezio („Assassin’s Creed 2“, „Brotherhood“, „Revelation“) zurück. Selbst „Unity“ oder „Syndicate“, die beiden letzten Spiele der Reihe, die ich beide eigentlich mochte, können nicht mit dem Glanz der beiden ersten Assassinen mithalten. Und um zu erklären, wie das kommt, muss ich noch einmal etwas weiter ausholen und einen weiteren Sprung in der Chronologie der Reihe zurück zu „Assassin’s Creed: Black Flag“ machen.

„Assassin’s Creed: Black Flag“ und die Abstraktion der Piratenromantik

Held darin war Edward Kenway, ein kantiger Pirat im 18. Jahrhundert, der irgendwie etwas mit den Assassinen zu tun hatte, aber irgendwie auch nicht. War auch gar nicht so wichtig, denn „Black Flag“ war ein schreckliches Assassinen- und ein gutes Piratenspiel. Alle Klischees von Piratenromantik, Freiheit und schiefem Gegröle auf dem eigenen Schiff inklusive. Zwar ging es in der Geschichte teilweise eben doch um den Bund der Assassinen wie er in jedem Spiel vorkommt, aber die Präsenz der Bruderschaft war stark in den Hintergrund gerückt. Edward ging es um seine Freiheit, Gold und was sich Piraten eben sonst so normalerweise wünschen. Und auch wenn die Geschichte an vielen Punkten eine Katastrophe war: Unter der Prämisse der Piratenromantik funktionierte sie.

Assassin's Creed Black Flag Piraten

Im Gegensatz zu Connor („Assassin’s Creed 3“), Arno („Unity“) und den Frye-Zwillingen („Syndicate“) steckte Edward mit seiner Geschichte in einer Art Parallelwelt. Was in „Black Flag“ wichtig war, war dieselbe Piratenidee wie sie z.B. die „Fluch der Karibik“-Filme bedienen. Auch der Zeitpunkt war ungewöhnlich unbedeutend. Ob 1700 oder 1750 war für die Handlung fast nur in der Chronologie des Franchise relevant, weil Edward innerhalb dessen Connors Großvater war. Ohne diese Verbindung wäre Edward innerhalb des 18. Jahrhunderts praktisch zeitlos gewesen. Er war weder zu sehr an historische Ereignisse noch an konkrete Persönlichkeiten gebunden. Diejenigen, die auftreten, wären auch leicht durch andere ersetzbar gewesen, um den Zeitstrahl anzupassen. Und deshalb funktionierte „Black Flag“ im Verhältnis auf der Ebene des Settings auch so gut.

Denn der vierte Teil „Assassin’s Creed“ war durch die Piratenromantik und die damit einhergehende Zeitlosigkeit plötzlich wieder deutlich abstrakter als sein Vorgänger. Politik war nicht wirklich relevant, Edwards Tellerrand war übersichtlich und auch wenn die Assassinen recht unbedeutend waren, so gab es mit der „Gemeinschaft“ der Piraten doch wieder eine fest verbundene Gruppe, die von außen unter Beschuss geriet. Diese Zeitlosigkeit und Abstraktion ist wichtig, weil sie bei jedem anderen „Assassin’s Creed“-Hauptspiel nach der Ezio-Trilogie fehlt.

Die große Tragweite des Assassinen-Mythos

Die Assassinen als historische Gruppe sind fast am Interessantesten, wenn man sich ihre fast schon unglaubliche Reichweite aus dem Heiligen Land bis nach Europa ansieht. Die echten Assassinen waren tatsächlich eine Sekte, die mit ihren Attentaten wohl in erster Linie in das muslimische Machtgefüge zur Zeit der Kreuzzüge einzuordnen ist. Sie haben ein paar politische Gegenspieler ermordet und waren dabei durch ihre Verkleidungen und gute Planung so erfolgreich, dass sie für ein gewisses Unbehagen unter ihren Feinden sorgen konnten.

Ein großer Teil ihrer Opfer waren allerdings – anders als es die „Assassin’s Creed“-Spiele vermitteln – Muslime und der Konflikt, in dem sie auftauchten, einer, der vor allem innerhalb der muslimischen Parteien tobte. Zwar waren – wie immer – irgendwann auch die Europäer in diesen Konflikt verwickelt, aber der Ausgangspunkt war ein anderer. Durch ihre aufwändige Planung und das Prinzip, gezielt einzelne wichtige Politiker zu töten, waren die Opfer der Assassinen zahlenmäßig wohl eigentlich relativ überschaubar, allerdings haben sie auf diese Weise einen so großen Eindruck hinterlassen, dass die christlichen Kreuzfahrer den Mythos der geheimnisvollen Attentäter aus der Levante nach Europa exportiert haben. Dass die englischen und französischen Wörter für „Attentäter“ und „ein Attentat begehen“ von dem Namen der Assassinen kommen, ist kein Zufall. Die mystische Vorstellung von verhüllten Gestalten, die aus den Schatten angreifen, wenn man es am wenigsten erwartet, wirkt seit dem Mittelalter bis in unsere Zeit nach und davon zehrt im Grunde auch das gesamte Konzept der Bruderschaft der Assassinen in „Assassin’s Creed“.

Die Assassinen sind auch jenseits der Ubisoft-Spiele eine abstrakte und geheimnisumwobene Idee, die ihren Zauber verliert sobald sie zu konkret wird oder sich auf andere Weise von ihrem mystischen Element entfernt. Und da beginnt auch das Problem der Spiele, denn die Idee der Assassinen in „Assassin’s Creed“ hat genau das immer wieder herausgefordert. Ezio und Altaïr konnten sich beide noch im Schatten dieses Mythos bewegen, was allerdings – abgesehen von Edward – bei keinem ihrer Nachfolger je wieder so funktionierte. Warum eigentlich?

Unpolitische Assassinen in hochpolitischen Zeiten

Der Grund dafür liegt in zwei Dingen begraben: Zum einen dem jeweiligen Setting mit seiner Zeit und zum anderen dem Umgang damit innerhalb der Spiele. Nach der Ezio-Trilogie haben alle Hauptspiele in der Moderne gespielt. Die Amerikanische Revolution war als Plotelement eigentlich zutiefst politisch in einem Sinne, der im Vergleich zu allen politischen Konflikten, mit denen sich die Vorgänger herum geschlagen haben, plötzlich sehr viel näher an unserer der Gegenwart war. Konzepte wie Freiheit oder Demokratie wurden zwar noch immer sehr vorsichtig bedient, konnten aber nicht ganz ausgeblendet werden. Ersteres hängt vermutlich auch damit zusammen, dass viele Videospiele – gerade in den Dimensionen eines „Assassin’s Creed“ – aus Gründen des Marketings nicht politisch sein sollen, aber das führt zu weit. Der Punkt ist ein anderer: Ein Setting wie dieses so unpolitisch wie möglich zu behandeln, geht praktisch nicht. Zu nah ist es an der Gegenwart, zu nah an der Realität unserer Zeit und zu nah an Ideen, die bis heute relevant und manchmal auch noch heiß diskutiert sind. Ein Setting wie dieses ist für moderne Augen viel zu konkret.

Assassin's Creed 3 Amerikanische Revolution

Seit „Assassin’s Creed 3“ gab es keinen Assassinen in der Reihe, der sich nicht in einer Welt bewegte, die nicht mindestens in Ansätzen nach den Mechanismen unserer Gegenwart funktionierte. Die sehr abstrakte und mystische Romantisierung eines einsamen Rächers aus den Schatten funktionierte nur noch begrenzt bis gar nicht und die sogenannten „Assassinen“ waren zwar Attentäter aber nicht mehr Assassinen im Sinne des romantischen Mythos, von dem ihre Idee eigentlich lebt. Die Welten von Arno, Connor oder den Frye-Zwillingen wirkten größer, ihre Probleme komplexer als die von Ezio oder Altaïr. Und genau das bringt – neben den immer gleichen spielmechanischen Formeln – auch den Assassinen-Mythos dazu, zu zerbrechen, obwohl der ja eigentlich das Herzstück der Spiele ist.

Willkommen in der Moderne!

Besonders schön wird das übrigens deutlich, wenn man die beiden Helden von „Assassin’s Creed 2“, Ezio, und „Assassin’s Creed: Unity“, Arno, vergleicht. Beide sind sie sehr ähnlich angelegt und leben im Grunde nur in unterschiedlichen Zeiten, was im Fall von Arno vermutlich ein Versuch war, an die Erfolge der Ezio-Trilogie anzuknüpfen, als die Reihe längst schwächelte. Beide sind sie die Kinder einer offenbar recht alten Adelsfamilie, beide verlieren sie als junge Männer ihren Vater bzw. Ziehvater, wobei sie dabei auch direkt ihren Ruf und ihren adeligen Status verlieren, was sie wiederum auf ihre Quest des Wiedererringens ihrer Ehre bringt und zu den Assassinen führt. Abgesehen davon, dass Arnos Geschichte in erster Linie aufgrund seiner großen Liebe Élsie irgendwann einen etwas anderen Weg einschlägt als Ezios, existieren zwischen den beiden auffällig viele Parallelen. Im Guten wie im Schlechten.

Assassin's Creed Unity Willkommen in der Moderne

Nur während Ezio sich durch die italienische Renaissance meuchelt, befindet Arno sich mitten in der Französischen Revolution. Ezio verliert seinen Status in Florenz, kann sich aber danach immer noch nach Monteriggioni zurückziehen, ein zwar verarmtes Dorf, das aber trotzdem noch mehr oder weniger seiner Familie zu gehören scheint. Vom leichtsinnigen Jungadeligen zum Fürsten eines kleinen Landstreifens. Arno macht in einem ähnlichen Mechanismus einen Gesellschaftsclub, das „Café Théâtre“, zu seiner Basis und verwandelt sich so in einen Unternehmer, denn etwas wie Landherrschaft oder Adel funktioniert in seinem Setting schlicht nicht mehr. Sein ehemals adeliger Status wird irrelevant.

Und obwohl „Assassin’s Creed: Unity“ den eigenen politischen Kontext für die Hauptgeschichte fast nicht nutzt, multiplizieren sich diese Art von Unterschieden aufgrund der deutlich moderneren Zeit, in der Arno lebt, immer und immer wieder mit sich selbst. Ezio geht zwar insgesamt lascher mit dem Konzept von Bruderschaft und strenger Geheimhaltung der Assassinen um als Altaïr, aber das macht ihn im Verlauf seiner Geschichte nur mehr als einmal zu einer Art abenteuerlustigen Ausreißer des Assassinen-Mythos. Durch sehr vormoderne Konzepte wie seinen Status als Adeliger bleibt er trotzdem immer in dem abstrakten und fern wirkenden Rahmen, den es braucht, um denselben Mythos nicht zu zerstören. Arno ist davon losgelöst, genauso wie die anderen modernen Assasinen der Reihe, und prompt fällt der Mythos wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Die große Chance von „Assassin’s Creed: Origins“

Aus diesem Grund bin ich auch deutlich neugieriger auf „Assassin’s Creed: Origins“ als auf die letzten Vertreter der Reihe. In „Origins“ werden die Assassinen wieder in einem vormodernen Setting operieren, besser noch: Einem Antiken. Das bietet viel Raum für den Aufbau einer Umgebung, in der der Mythos wieder funktioniert, schon allein weil die Welt vermutlich deutlich fremder wirken dürfte als z.B. die aus „Assassin’s Creed: Syndicate“ und seinem London des 19. Jahrhunderts. Auch dass es 49 v. Chr. in Ägypten spielen soll, d.h. zur Zeit des beginnenden Untergangs der Ptolemäer-Dynastie und der Machtkämpfe, die damit einher gingen. Höchstwahrscheinlich wird Kleopatra VII. auftreten – „Die“ Kleopatra, eine der bis heute am meisten romantisierten und mythisierten Politikerinnen der Geschichte, und das Spiel wird sie sicher nicht mehr von der Kunstfigur wird trennen können, zu der sie im Verlauf der letzten zweitausend Jahre in Erzählungen, Malerei und mehr geformt wurde. Vielleicht auch Cäsar, abhängig davon, wie die Geschichte verläuft, und Marcus Antonius, womit noch zwei weitere fast bis zur Unkenntlichkeit verklärte Persönlichkeiten auftreten würden. Alle drei umgibt eine ähnliche durch Kunst und Literatur geschaffene Überzeichnung wie schon die Borgias in der Ezio-Trilogie, die „Assassin’s Creed“ bitter nötig haben könnte, damit der Mythos der Assassinen wieder funktionieren kann.

Assassin's Creed Origins Antike Mythos

Natürlich sollte und muss man vorsichtig sein mit solchen Vermutungen, denn noch ist das Spiel nicht erschienen und zu wenig bekannt, aber ein Teil von mir hat bei dem antiken Setting von „Assassin’s Creed: Origins“ bereits Hoffnung geschöpft. Denn es ist dieses Setting, das in seiner Fremde und Ferne zum ersten Mal seit langem die nötige Abstraktion schaffen kann, damit das Herz der Spiele und ihres Settings, nämlich der Assassinen-Mythos selbst, wieder schlagen kann. Jetzt heißt es abwarten, ob Ubisoft diese Chance zurück zu den Wurzeln des Franchise auch wirklich ergreift oder verstreichen lässt.

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12 Kommentare

  1. Auch wenn ich den Beitrag schon kenne und wir uns da eine Weile ausgetauscht haben, will ich den hier jetzt noch kommentieren. Ich finde ihn nach wie vor richtig klasse, da er mir sehr aus der Seele spricht. Ich fand die Reihe von Anfang an sehr ansprechend, weil das Setting frisch und unverbraucht wirkte. Es hatte eine ganz bestimmte Aura, fast schon Magie. Da konnte ich auch über kleine Schwächen hinwegsehen.

    Mit der Zeit folgten dann einige noch bessere Spiele und alles schien gut. Bis die Charaktere immer langweiliger wurden und das Setting immer moderner. Unity ging bei mir noch ganz gut, vom Setting her. Frankreich sieht schon unglaublich hübsch aus. Wobei ich schon Schwierigkeiten hätte, die Story lose zu erzählen, da ich sie so furchtbar banal und langweilig finde.

    Mit den Jahren fiel es mir immer schwerer, die Spiele zu mögen. Obwohl ich gern wollte. Die Reihe hat meiner Meinung nach stark abgebaut. Irgendwann musste ich dann immer öfter pausieren und Teile auslassen, um Abstand zu gewinnen und überhaupt wieder Freude mit zu haben.

    Trotzdem freue ich mich gerade wegen meiner Haltung zu der Reihe sehr auf den kommenden Teil. Das Setting sieht interessant aus und ich hoffe sie machen da auch in Sachen Charakteren was draus. Das Ding könnte wieder die Magie versprühen, die die Reihe einst inne hatte. Hoffentlich hat sich die Auszeit für das Spiel gelohnt. Ich würde es mir so sehr wünschen.

    Herausfinden werde ich es zwangsläufig, da ich mir sogar trotz aller Ängste eine der Sammlerausgaben habe vorbestellen lassen. Die muss mir der Mann zu Weihnachten schenken – natürlich packe ich sie vorher aus. *g* So ein vorgezogenes Geschenk hat auch was, wenn man nie weiß, was man möchte und braucht.

    • Danke für den Kommentar und das Lob und natürlich auch nochmal fürs Gegenlesen vorab 🙂
      Die Story von Unity war nicht der Rede wert, ich erinnere mich da auch nur noch dunkel dran, dass etwas mit Élise war und ich sie cool fand. Und Napoleon rannte da irgendwie rum. Danach wird es schon eng, aber das gilt bei mir für die meisten AC-Spiele nach der Ezio-Trilogie. Ich werde vermutlich auch zwangsläufig rausfinden, ob Origins die alte Magie der Reihe wiederfindet. Da könnte so viel gehen und im Zweifelsfall dürfte es immerhin Spaß machen. Ich mochte sowohl Unity (für die Welt) als auch Syndicate (für die Spielweise, besonders mit Evie), selbst wenn Origins nicht der Heilsbringer der Reihe wird, dürfte das zumindest ein Spiel werden, das man schonmal spielen kann, wenn man grundsätzlich Spaß an Assassin’s Creed und den immer wieder wirklich wunderschönen Welten hat. Im schlimmsten Fall bin ich einfach nur wieder dauerscreenshottender Spiel-Touri und mache Screenshots im 2-Minuten-Takt 😀

      • So wird es mir dann auch gehen. Ich konnte ja schon immer gut mit dem alten Ägypten und das Setting wird es notfalls bei mir richten. Ging bei Far Cry Primal auch super. Aber wäre natürlich cool, wenn auch der Rest stimmt am Ende. 😉

        Die Sache mit den Screens kommt mir total bekannt vor, wobei es bei mir auch gern Mal im Sekundentakt ist. Gerade wieder zwei GW2 Screenshot-Ordner mit je 999 Bildern verschoben, damit ich neue machen kann. Ich komme oft aus einem Spiel und habe Hunderte Bilder gemacht. Ist dafür dann schwer, wenn ich für Reviews was aussuchen will. *g*

  2. Der Artikel ist so klasse!
    Ich muss mich jetzt auch endlich nochmal an der Reihe versuchen. Hab den ersten als PC-Spiel angefangen, aber da hat mich die Steuerung so dermaßen überfordert, dass ich irgendwann genervt abgebrochen habe! 😀
    Mit Controllern komme ich bei solchen Spielen viel viel besser klar und für die PS4 gibt es ja zum Glück auch eine Kollektion mit allen Spielen über Ezio, die werde ich mir denke ich mal anschaffen 😀

    Und den Trailer zum neuen Spiel fand ich ebenfalls ziemlich ansprechend, zumal die bisherigen Videos zum Gameplay eigentlich echt cool aussahen!

    • Danke <3 Und gerade bei den neueren Spielen bist du mit der Steuerung eindeutig nicht allein. Da bin ich, obwohl ich eigentlich das meiste am PC spiele, auch auf meinen Controller umgestiegen. 😀 Und viel Spaß mit der Ezio-Trilogie, die mag ich auch noch immer sehr^^

  3. Gut geschriebener und pointierter Text,

    ich habe vor kurzem noch einmal alle AC-Titel erneut durchgespielt und man merkt einfach, wie die Art und Weise des Spiels abflacht – tatsächlich könnte es helfen, wenn die Charaktere sich in einem Setting bewegen, dass wir nicht mehr so einfach mit unseren heutigen Moral- und Rechtsformen vereinen können.
    Vor allem die wirkliche Bedeutung der Bruderschaft ging meiner Meinung nach im Laufe der Zeit absolut verloren – in AC 3 und Unity machen die Hauptcharaktere sowieso größtenteils was sie wollen, in Black Flag ist die Bruderschaft nicht vorhanden, in Syndicate (übrigens einer der besseren Teile) tötet man sie immerhin und in Syndicate hat die Bruderschaft selbst gar keine Bedeutung mehr. Die Frye-Zwillinge könnten auch alles mögliche sein und nur aus Lust gegen den Herrscher der Stadt vorgehen.
    Mir fehlen zuweilen die Konsequenzen wenn man gegen die Bruderschaft verstößt, oder die Bedeutung der Bruderschaft selbst – während dies vor allem in der Ezio-Triologie elementarer Bestandteil war fehlte dies später fast gänzlich.
    Dazu kommt, dass ich hoffe, dass Ubisoft es endlich schafft ihre Geschichten, die in den Spielen stecken, auch gut zu erzählen – viel zu oft werden große Zeitsprünge gemacht, die nicht gut erklärt werden – die Handlung von Charakteren wird nicht gut genug begründet oder eine Entwicklung ist gar nicht zu sehen. Man merkt bei AC oft, dass zwar eine Erklärung im Skript des Spiels stand wieso was passiert ist, aber dem Spieler wird viel zu selten wirklich gezeigt was geschieht. Das ist für mich eines der größten Problematiken mit AC. Die Spiele enthalten zuweilen gute Geschichte, können sie aber nur selten auch gut erzählen.

    • Erstmal danke für den Kommentar und das Kompliment 🙂
      Das mit der schlechten Erzählung stößt mir auch schon länger auf. Egal, ob diese typischen „Hallo, hier ist dein Erzfeind! – Äh, wer?“-Situationen oder das katastrophale Writing zu Evie Frye, die eigentlich eine sehr coole Figur war und das Potential hätte haben können, eine richtig coole Frauenfigur für AC herzugeben: Die Erzählung ist da immer wieder ziemlich hölzern und irgendwie faul. Bei Unity und Syndicate war das besonders krass, weil ich da jeweils die Kulisse sehr toll fand, aber die Story war dagegen beide Male ziemlich dünn und mittelmäßig erzählt.

      • Kann dir da nur zustimmen – aber habe natürlich gemeint, dass man in Rogue die Bruderschaft tötet und der Teil noch zu den besseren gehört, habe ja zwei Mal Syndicate geschrieben 😉
        Ich denke, dass es helfen könnte weniger Zeitsprünge einzubauen – die werden ja sehr oft nur deswegen gemacht, um eine Begebenheit aus dieser Zeit einbinden zu können. Da wäre weniger oft mehr, weil die Erzählung so kohärenter sein könnte.

  4. Wunderbarer Artikel! Die historischen Fakten der Reihe, habe ich noch nie überprüft. Es fehlt mir auch schlicht das Wissen dazu.Umso interessanter war es zu lesen.

    Es sieht für mich fast so aus, als müssten die Entwickler auf einem schmalen Grat zwischen historischer Korrektheit und massenkompatibler Fantasie wandeln. Da bin ich jetzt noch mehr auf den neuen Teil gespannt, als ohnehin schon.

    • Dankeschön 🙂 Das mit der Überpürfung historischer Fakten war übrigens bei mir auch mehr Zufall, weil ich es eigentlich kritisch sehe, von Spielen/Fiktion historische Korrektheit zu verlangen (Hab da auch schonmal hier drüber geschrieben), einfach weil ich das für unmöglich halte, aber ich studiere ja Geschichte und saß in diesem Semester in einem Seminar über die Kreuzzüge und habe mich u.a. auch mit Masyiaf und den Assassinen beschäftigt. Tatsächlich wandeln die Entwickler oft auf einem gar nicht so schmalen Grad, weil sie im Zweifelsfall (vollkommen legitimer Weise) immer Fantasie produzieren und bedienen. Das Problem beginnt für mich ehrlich gesagt immer eher, wenn die Spiele und ihre Geschichten einen zu „historisierenden“ Touch bekommen haben, der suggeriert hat, dass hier die Realität dargestellt wird anstatt die Vorteile der eigenen Fantasie/Version der Realität zu nutzen. (z.B. Unity hatte da so einen Touch von „Realität“, indem man sehr viel marodierenden „Pöbel“ auf den Straßen sehen konnte, aber eigentlich war auch das eben eine bestimmte Perspektive, vor allem, um Arno als Protagonisten zu konturieren, weil der ja dieses Chaos immer wieder kritisch gesehen hat, wenn ich mich gerade richtig erinnere)

  5. Sehr, sehr interessanter Beitrag 🙂 Besonders der Vergleich zum tatsächlich existierenden Mythos der Assassinen war ziemlich interessant^^ Nach dem Lesen deines Posts muss ich dir zustimmen – das Antike Setting könnte tatsächlich wieder ein Schritt in die richtige Richtung sein. Allerdings hoffe ich, dass Ubisoft es auch schafft, den neuen Protagonisten mit einer rundum spannenden Geschichte zu präsentieren. Für mich ist AC2 immernoch der beste Assassin’s Creed Teil, den es gab und ich finde, dass man seit dem Fortgang von Patrice Désilets eindeutig einen kontinuierlichen, qualitativen Wandel feststellen kann. Die Handschrift, die in den ersten beiden Teilen vielleicht noch präsent war, die Vision eines Auteurs, wenn man es so will. Hier spricht er selbst über diese Thematik, recht interessant, wie ich finde^^ https://www.youtube.com/watch?v=-WVakSP627k

    • Erstmal danke für den Kommentar und das Lob 🙂 Ja, schon bei Ezio mochte ich AC2 auch am liebsten. Da stimmte einfach auch die Story besser als bei den Nachfolgern, auch in der Figur Ezio selbst und seinem Werdegang war ein klarer roter Faden und später war auf vielen Ebenen (auch jenseits des Assassinen-Mythos) die Luft raus. Das habe ich für mich auch noch einmal stark bei Unity und Syndicate gemerkt: Bei beiden mochte ich einzelne Punkte wie das Setting/einzelne Szenen der Story oder die Welt, aber es war einfach keine runde Sache mehr. Auch da hofft ein Teil von mir auf Origins und dass es damit besser wird.

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