Kategorie: Essays

Warum Chaos „Crusader Kings 2“ gut tut

Crusader Kings 2 Glitzerhuf Pferd Kanzler

Crusader Kings 2 Pferd als Kanzler Glitzerhuf
„Euer Pferd schien euch schon immer eine besonders vertrauenswürdige Kreatur zu sein – was Ihr von Euren Ratsmitgliedern leider nicht immer sagen konntet. Höchste Zeit für etwas frischen Wind zu sorgen! Euer treues Ross soll Euer neuer Kanzler werden.“

Einen Moment blinzle ich überrascht, dann lese ich die Meldung noch einmal. Nein, ich habe mich nicht vertan. König Indulf II. von Schottland hat gerade im Jahr 1077 sein Pferd Glitzerhuf zum Kanzler gemacht. Einfach so. Ohne dass ich Einspruch erheben könnte. Immerhin mag das Tier seinen König, was man nicht von allen Ratsmitgliedern meines aktuellen Spiels in „Crusader Kings 2“ sagen kann. Trotzdem: Warum um alles in der Welt ernennt jemand sein Pferd zum Kanzler? Weiterlesen

„Stark“ ist nicht genug: Das Problem mit „starken“ Frauenfiguren

Frau mit Schwert Starke Frauenfiguren

Frau mit Schwert Starke Frauenfiguren
Gerade erst ist der Weltfrauentag wieder einmal vorbei gerauscht und meine Filterblase war randvoll mit passenden Themenposts. Von Folgeempfehlungen von klug twitternden Frauen über Buchtipps von und über Frauen bis zu Listen der liebsten Autorinnen, Instagramerinnen oder weiblichen Figuren – manche Ideen waren besser, manche schlechter, aber kaum eine nerdige Nische hatte kein Beispiel für irgendeine passende Aktion.

Überall schien es um eins zu gehen: Frauenpower, starke Frauen, coole Frauen, Badass Frauen oder was einem eben als kraftvolles Synonym dafür so einfallen konnte. Und jenseits dessen, dass man natürlich auch fragen kann, ob es eine jährliche Versammlung der Worthülsen braucht, nach deren Ende die halbe Öffentlichkeit ihren punktuell entdeckten Feminismus wieder vergisst: Das Schlagwort der „starken Frauenfiguren“ war zumindest in meiner Nische kaum zu umgehen. Dabei sollten wir diesen Begriff eigentlich besser hinter uns lassen.
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Weltenschmerz, Seelenpein und Feenstaub – Vom Brooding Hero und dem Gentle Girl

Bild: "typewriter" von "Ak~i" (https://www.flickr.com/photos/aki-photo/) (CC BY 2.0)

Der Figurentyp des „Brooding Hero“ hat einen schlechten Ruf. Und wenn man an Parodien wie wie Carrie DiRisios Broody McHottiepants oder Figuren wie Edward Cullen und Anakin Skywalker denkt, die auch ohne Parodie absurde Züge annehmen, dann ist das auch verständlich. Und trotzdem: Auch ein Broody ist nicht automatisch schlecht.

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Helden sind tot: Wie Fatalismus als Realismus verkauft wird

Realismus und Fatalismus Artikelbild - "Action Figure" (https://www.flickr.com/photos/enerva/16319019095/) von "Sonny Abesamis" (https://www.flickr.com/photos/enerva/, CC BY 2.0)

Wir leben in Zeiten, in denen Fiktion im Allgemeinen immer wieder so realistisch wie möglich sein soll. Alles braucht eine Erklärung und jede Tat soll möglichst brutale Konsequenzen haben. Aber entgegen der Bezeichnung hat Realismus nur begrenzt etwas mit der Realität zu tun.
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Rückkehr zu alten Lieblingsbüchern: „Harry Potter“ ist in meiner Erinnerung am besten

Harry Potter Erinnerung Ravenclaw Schal Wappen

Harry Potter Erinnerung Ravenclaw Schal Wappen
Es ist bald ein Jahrzehnt her, dass ich das letzte Mal einen „Harry Potter“-Roman vollständig gelesen habe. Das klingt für den einen oder anderen vielleicht merkwürdig, weil ich in den sozialen Medien und auch sonst kein Geheimnis daraus mache, dass mir die Bücher viel bedeuten, und mich auch durchaus mal als „Potterhead“, also einen Fan, bezeichne. Trotzdem habe ich seit ich den siebten Band der Reihe beendet habe kaum mehr als einmal kurz in den Büchern geblättert oder mal an einem ruhigen Sonntagmorgen ein einzelnes Kapitel gelesen.
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